Wieslawa Grat
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
WIESLAWA GRAT
GEB. 17.8.1944
TOT 20.10.1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
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Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Wieslawa Grat, geb. am 17.8.1944 in Hamburg, verstorben am 20.10.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Wieslawa Grat kam am 17. August 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Katarzyna Grat, geb. am 25.1.1912 in Wola-Szczygielkowa, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie seit dem 17. April 1944 in Hamburg-Bergedorf für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten. Sie war im 6. Monat ihrer Schwangerschaft und im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht.
Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde Katarzyna Grat in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrer Tochter Wieslawa am 25. August 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Wieslawa die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.
Am 13. Oktober 1944 wurde sie in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Ernährungsstörung“ eingeliefert. Nach sieben Tagen verstarb sie dort am 20. Oktober 1944 um 12:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Wieslawa wurde 2 Monate und 3 Tage alt.
Zehn Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 30. Oktober 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 14, Nr. 26. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.