Jump to content

Mirek Dziziong
* 1943

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

MIREK DZIZIONG
GEB. 14.9.1943
TOT 18.4.1945

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

Related Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn | Krystyna Tesarczyk | Ryszard Telenga | Johann Stempczynska | Wieslaw Staszak | Peter Siczek | Iworna Saganowska | Robert Radwan | Johannes Puc | Stanislaw Polak | Iwan Paliwoda | Irene Olzewska | Czeslaw Olszewska | Boleslaw Georg Olszewska | Jadwiga Nykel | Leszek Moldysz | Veronika Michalczak | Waldemar Masur | Edward Stanislaw Malecka | Wladislaw Maciejczyk | Julia Januta Lucik | Wlodzimierz Lipka | Waldemar Czeslaw Lekowski | Therese Lebjoda | Richard Kuzniarek | Henrik Krolikowska | Karol Kowalczyk | Jan Kluba | Genovefa Klesczynska | Julius Dadewach Kinjora | Marzel Keyl | Barbara Karpinska | Kristine Kaicher | Alfrede Jonczyk | Richard Jedrzejczak | Georg Gubanska | Wieslawa Gromczyk | Wieslawa Grat | Sophia Galeza | Josef Dudek | Zokistaco Domanska | Eugenius Chrusciel | Ursula Caban | Jerzy Antoni Biernat | Leo Georg Bartyzel | Richard Bafoll

Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

Navigate to Stolperstein >

Mirek Dziziong, geb. am 14.9.1943 in Hamburg, verstorben am 18.4.1945 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Mirek Dziziong kam am 14. September 1943 in Hamburg zur Welt. Seine Eltern, Stefania Dziziong, geb. Jendrzejczak, geb. am 21.4.1913 in Lodz, und Victor Dziziong, waren römisch-katholischen Glaubens. Sie hatten am 8. Juni 1928 in Lodz geheiratet. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, mussten sie in Hamburg Zwangsarbeit leisten, Stefania Dziziong in Hamburg-Billbrook bei der Hamburger Juteindustrie A.G, Jutefabrikate Wilhelm Schlochauer, Liebigstraße 88. Im Lager Liebigstraße 86 war sie untergebracht.

Im achten Monat ihrer Schwangerschaft wurde Stefania Dziziong am 18. Juli 1943 in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Sie erwartete Zwillinge. Da eine Frühgeburt nicht eintrat, kam sie nach zwölf Tagen zurück in das Lager Liebigstraße.

Am Tag der Geburt ihrer Kinder wurde sie erneut in die Frauenklinik Finkenau aufgenommen und brachte die Zwillingsbrüder Mirek und Zbigeniew zur Welt. Sechs Tage nach der Entbindung kam sie mit ihren Zwillingen am 20. September 1943 zurück in das Lager Liebigstraße.

Nach einem Monat erfolgte für Stefania Dziziong am 23. Oktober 1943 die Verlegung nach Hamburg-Bergedorf zur Zwangsarbeit für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG. Im Lager Kampchaussee 9 war sie untergebracht. Dort musste Mirek die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend. Über seinen Zwillingsbruder Zbigeniew gibt es keine Angaben.

Mirek verstarb dort am 18. April 1945 um 8:00 Uhr. Die „Reinmachefrau“ Ottilie Elisabeth Emmy Köhn zeigte den Todesfall mündlich an. In der Sterbeurkunde ist als Todesursache „Masern“ und „Pneumonie“ (Lungenentzündung) verzeichnet.

Mirek wurde 1 Jahr, 7 Monate und 4 Tage alt.

Neun Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 27. April 1945 auf dem Neuen Friedhof Bergedorf statt, Grablage: Abteilung 38, Nr. 515, zu Fuß links, zusammen im Grab mit Richard Jedrzejczak, Julia Luzik und Sophie Wietrak.

Mireks Zwillingsbruder Zbigeniew hat vermutlich mit seinen Eltern überlebt, sein Schicksal ist bisher nicht bekannt.

Author: Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 2303/1943 Mirek Dziziong, Geburtsregister 2304/1943 Zigibniew Dziziong; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 10511 u. 329/1943 Mirek Dziziong; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4594; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646037, Doc. 70641850; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016.

Back to search results