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André Wasiak
* 1944

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

ANDRÈ WASIAK
GEB. 9.7.1944
TOT 27.8.1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

André Wasiak kam am 9. Juli 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Irena Wasiak, geb. am 15.7.1915 in Lodz, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie seit dem 13. März 1945 in Hamburg-Bergedorf als „Asbestmischerin“ für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Kampchaussee 9 untergebracht und in dieser Zeit schwanger.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Irena Wasiak in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn André am 17. Juli 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste André die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 19. August 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Ernährungsstörungen“ eingeliefert. Nach acht Tagen verstarb André dort am 27. August 1944 um 0:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Brechdurchfall“ und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

André wurde 1 Monat und 3 Wochen alt.

Sechs Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 2. September 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 6, Nr. 16. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Am 20. April 1945 wurde Irena Wasiak zur landwirtschaftlichen Zwangsarbeit nach Hamburg-Curslack verlegt, Heerweg 14 bei … (Name unleserlich).

Author: Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg-Uhlenhorst, Geburtsregister 1227/1944 André Wasiak; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 86, S. 273; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 209; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 106; 131-1 II, 2723, Gräber russischer Kriegsgefangener und Ostarbeiter auf Friedhöfen des Hamburger Gebiets, S. 122; 332-4, Ermittlungen der Registerstelle für den Internationalen Suchdienst in Arolsen und andere Stellen über den Tod ausländischer, vereinzelt auch deutscher Staatsangehöriger in der NS-Zeit, Nr. 2119; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9953 u. 1294/1944 André Wasiak; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64306 u. 1294/1944 André Wasiak; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4602; StaH 332-8, A 51/1 Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2573 Curslack; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 74; Bergedorfer Adreßbuch: mit Geesthacht, Lohbrügge und Umgegend 1938, Curslack; Hamburger Adressbuch 1943; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646043 André Wasiak, Doc. 70643783; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, einges. 17.2.2016; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

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