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Edward Stanislaw Malecka
* 1944

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

EDWARD
STANISLAW
MALECKA
GEB. 8.1.1944
TOT 5.3.1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Edward Stanislaw Malecka, geb. am 8.1.1944 in Hamburg, verstorben am 5.3.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Edward Stanislaw Malecka kam am 8. Januar 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Maria Malecka, geb. am 8.5.1923 in Witowo, war katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie in Hamburg-Bergedorf für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten. Sie war während ihrer Schwangerschaft im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht.

Vier Tage vor der Geburt ihres Kindes wurde Maria Malecka in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Elf Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Edward Stanislaw am 15. Januar 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Edward Stanislaw die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 18. Februar 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Appendicitis“ (Blinddarmentzündung) eingeliefert. Nach zwei Wochen verstarb er dort am 5. März 1944 um 19:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) „Rachitis“ (Störung des Knochenstoffwechsels durch Vitamin D Mangel) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Edward Stanislaw wurde 1 Monat, 3 Wochen und 5 Tage alt.

Zehn Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 15. März 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 1, Nr. 18. Ende des Jahres 1959 wurde das Grab zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet. Nur für acht Gräber erfolgte zuvor die Umbettung der sterblichen Überreste auf das Areal Z 35 und für vier Gräber auf das Areal Bp 74. Edwards sterbliche Überreste kamen am 7. Juli 1959 mit denen von drei unbekannten Toten in das Sammelgrab Z 35, Reihe 8, Nr. 33. Eine Grabsteinplatte mit seinem darauf eingemeißelten Namen und seinem Geburts- und Sterbedatum erinnert dort noch heute an ihn.

Maria Malecka kam am 21. August 1944 für sechs Tage zu einer Schwangerschaftsunterbrechung in die Frauenklinik Finkenau. Nach ihrer Entlassung, vielleicht auch schon zuvor, musste sie für den Gemüsebauer A. Buhk, Allermöhe 100 (1943 Billwärder Elbdeich, später Allermöher Deich 311) Zwangsarbeit leisten.

Author: Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 99/1944 Edward Stanislaw Malecka; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 75, S. 265; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 328; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 100; 131-1 II, 2723, Gräber russischer Kriegsgefangener und Ostarbeiter auf Friedhöfen des Hamburger Gebiets, S. 116; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9951 u. 376/1944 Edward Stanislaw Malecka; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64351 u. 376/1944 Edward Stanislaw Malecka; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4598; StaH 332-8, A 51/1 Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2572 Allermöhe; 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 12; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf Buch D, S. 79/212; ITS Archives, Bad Arolsen, Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau Copy of 2.1.2.1 / 70646040; Bergedorfer Adreßbuch: mit Geesthacht, Lohbrügge und Umgegend 1938, Allermöhe; Hamburger Adressbuch 1943; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

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