Krysta Zapaua
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
KRYSTA ZAPAUA
GEB. 21.6.1944
TOT 10.9.1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
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Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Krysta Zapaua kam am 21. Juni 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Wanda Zapaua, geb. am 16.6.1920 in Warschau, war katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie in Hamburg-Wilhelmsburg für Bauer Wülfken, Kirchdorferstraße 53, Zwangsarbeit leisten. In dieser Zeit war sie schwanger.
Am 21. Juni 1944 brachte sie ihre Tochter Krysta im Allgemeinen Krankenhaus in Hamburg-Harburg um 22:05 Uhr zur Welt. Nach acht Tagen wurde Wanda Zapaua mit ihrer Tochter am 29. Juni 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) verlegt und weiterhin für Bauer Wülfken zur Zwangsarbeit eingesetzt.
Krysta musste im Lager Kampchaussee die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.
Am 24. August 1944 wurde sie in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Ernährungsstörung“ eingeliefert. Nach zweieinhalb Wochen verstarb sie dort am 10. September 1944 um 11:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Gastroenteritis“ (Magen-Darm-Entzündung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Krysta wurde 2 Monate, 2 Wochen und 6 Tage alt.
Neun Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 19. September 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 6, Nr. 38. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Nach Kriegsende wurde Wanda Zapaua im Lager Bismarckkaserne/Wentorf, Krs. Stormarn, untergebracht, das nach dem Krieg mit Hilfe der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) für „Displaced Persons“ eingerichtet worden war. Vom 28. Februar 1946 bis zum 19. Februar 1947 musste sie fast ein Jahr in Haft verbringen. Die Gründe dafür sind nicht bekannt.