Rudolf Bähr
* 1914
HIER WOHNTE
RUDOLF BÄHR
JG. 1914
DEPORTIERT 1941
MINSK
ERMORDET
Kleiner Schäferkamp 32
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Kleiner Schäferkamp 32
Lina Ernestine Bähr, geb. Heimann, geb. 20.11.1887 in Hamburg, deportiert 8.11.1941 Minsk
Rudolf Bähr, geb. 15.6.1914 in Hamburg, deportiert 8.11.1941 Minsk
Esther Lwojra Bähr, geb. Daicz, geb. 10.4.1919 in Brzezany, deportiert 8.11.1941 Minsk
Kleiner Schäferkamp 32, Eimsbüttel
Lina Bähr, geborene Heimann, geb. am 20. November 1887 in Hamburg, war seit dem 11. Mai 1906 mit Simon Bähr verheiratet. Simon Bähr, geb. am 17. Januar 1877 in Münden, war Kohlenhändler. Er starb am 21. Oktober 1918 im Kriegslazarett 3 in Charleroi/Belgien infolge einer Lungenentzündung im Ersten Weltkrieg.
Beide hatten vier Kinder: Erwin, geb. am 8. Februar 1907, Harry, geb. am 7. Juni 1911, Rudolf, geb. am 15. Juni 1914, und Alma (Geburtsdatum unbekannt, verstorben am 3. August 1943 in Glasgow).
Rudolf Bähr heiratete am 23. Oktober 1941 Esther Lwojra Bähr, geb. Daicz, geb. am 10. April 1919 in Brzezany (dt. Löwenstadt). Die Hochzeit fand in Hamburg statt. Als Wohnorte waren in der Heiratsurkunde für Esther und ihre Mutter Channe, geborene Finkelberg, Lübeck und für ihren Vater, Szlama Abe Daicz, Shanghai angegeben. Im Gedenkbuch des Bundesarchivs ist ihre Mutter als Chana Daicz, geb. am 12. Juli 1895 in Brzezany, verzeichnet.
Rudolf und seine Frau lebten mit Rudolfs Mutter Lina in einer Wohnung. Näheres wissen wir nicht über Lina, Rudolf und Esther Bähr.
Alle drei wurden am 8. November 1941 nach Minsk deportiert und ermordet. In der Deportationsliste wird Rudolf als Arbeiter bezeichnet. Esther Bähr ist in der Nachtragsliste mit der Adresse Rappstraße 15 verzeichnet.
Chana Daicz wohnte in Lübeck und wurde am 6. Dezember 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und ermordet. An sie und ihre Familie erinnern Stolpersteine in Lübeck (www.stolpersteine-luebeck.de).
Erwin Bähr, geb. am 8. Februar 1907 in Hamburg, wurde gemeinsam mit seiner Frau Rosa und seinen drei Kindern am 25. Oktober 1941 ins Getto Litzmannstadt (Lodz) deportiert (siehe www.stolpersteine-hamburg.de). Während seine Frau und Kinder dort umkamen, wurde Erwin Bähr im April 1943 in das Arbeitslager Tschenstochau (Czestochowa) und im August 1944 in das Konzentrationslager Buchenwald überstellt. Dort wurde er im Mai 1945 entlassen. Er heiratete 1948 erneut und wanderte mit seiner Frau in die USA nach Miami aus. Beide hatte zwei Töchter. Erwin Bähr verstarb am 16. August 1959 in Miami an den Folgen einer Tuberkuloseerkrankung, die er sich in Buchenwald zugezogen hatte.
Harry Bähr, geb. 7. Juni 1911 in Hamburg, flüchtete 1938 nach Argentinien. Nachdem er bei seiner Mutter ausgezogen war, hatte er in der Heidestraße 20 gelebt.