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Anna Prager * 1872
Großneumarkt 38 (vorm. Schlachterstraße) (Hamburg-Mitte, Neustadt)
HIER WOHNTE
ANNA PRAGER
JG. 1872
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
1942 TREBLINKA
ERMORDET
further stumbling stones in Großneumarkt 38 (vorm. Schlachterstraße):
Hanna Aghitstein, Julie Baruch, Ludwig Louis Baruch, Helene Biskupitzer, Julius Blogg, Rebecca Blogg, Kurt Cossmann, Mathilde Cossmann, Frieda Dannenberg, Jenny Falck, Rosalie Falck, Leopold Falck, Alice Graff, Leopold Graff, Flora Halberstadt, Elsa Hamburger, Herbert Hamburger, Louis Hecker, Max Hecker, Marianne Minna Hecker, Lea Heymann, Alfred Heymann, Wilma Heymann, Paul Heymann, Alice Rosa Holländer, Gustav Holstein, Johanna Holstein, Ferdinand Justus, Ida Justus, Hannelore Justus, Jettchen Kahn, Adolf Kahn, Curt Koppel, Johanna Koppel, Bernhard Leiserowitz, Gertrud Leiserowitz, Hannchen Liepmann, Henriette Liepmann, Bernhard Liepmann, Heinz Lippmann, Johanna Löwe, Robert Löwenthal, Minna Meierstein, Marianne Melhausen, Martin Moses, Julius Pilatus, David Pollak, Adolf Julius Posner, Ida Prager, Siegmund Rittlewski
Anna Prager, geb. 1.7.1872 in Beneschau, deportiert am 19.7.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 23.9.1942 nach Treblinka
Ida Prager, geb. 12.4.1873 in Beneschau, deportiert am 6.12.1941 nach Riga-Jungfernhof
Großneumarkt 38 (Schlachterstraße 40/42)
Die Schwestern Anna und Ida Prager wurden in Beneschau (Benešov/Tschechien) im Kreis Ratibor in Böhmen geboren. Ihre Eltern waren Marcus Prager und Helene, geb. Fröhlich. Die ledigen Schwestern zogen im Jahre 1924 von Schlesien nach Hamburg. 1925 bewohnten sie eine Wohnung im Marcus-Nordheim-Stift in der Schlachterstraße 40/42, Haus 2. Anna Prager arbeitete als Schneiderin, erzielte jedoch kaum ein Einkommen. Nach eigenen Angaben nähte sie meist für Nachbarn, die, wie sie selbst, in eher dürftigen Verhältnissen lebten. Deshalb war sie auf Fürsorgeunterstützung angewiesen.
Ihre Schwester Ida arbeitete zunächst als "Reinmachefrau" in der Talmud Tora Schule am Grindelhof. 1933/1934 eröffnete sie eine kleine Leihbibliothek im Hohlerweg 17, die sie 1937 in die Marcusstraße 60/64 (heute Markusstraße) verlegte. Seit 1929/1930 teilten sich die Schwestern ihre Wohnung im Erdgeschoss mit dem Witwer Louis Joseph (geb. 29.4.1853), der dort auch seine Werkstatt betrieb (s. Celine Wenkel, Emma Schniek und Senta Joseph www.stolpersteine-hamburg.de). Louis Joseph war Schuhmachermeister und arbeitete für die Waisenhäuser der Jüdischen Gemeinde. Zudem besaß er einen Gewerbeschein als Händler, auf dem er Anna Prager als seine Vertreterin eintragen ließ. Jeden Sonntag betrieb sie einen Spielwarenstand am Millerntor. Als Louis Joseph am 30. Oktober 1936 starb, mussten die Schwestern die Werkstatt und die dazugehörige Wohnung aufgeben. Anna erhielt im Marcus-Nordheim-Stift, Haus 5, eine Teilwohnung bei der Witwe Rosa Vogel (s. www.stolpersteine-hamburg.de) zugewiesen. Ida Prager wurde im Januar 1937 gezwungen, ihre Leihbibliothek zu schließen, da sie als Jüdin nicht mehr mit deutschen Büchern handeln durfte. Sie war zuletzt als Hausgehilfin tätig und in der Marcusstraße 5 (heute Markusstraße) gemeldet. Im September 1941 wurde sie ins Lazarus-Samson-Cohen-Eheleute und Levy-Hertz-Eheleute Stift im Neuen Steinweg 78 einquartiert. Bis zum Zwangsverkauf 1942 diente auch dieses Stift als sogenanntes Judenhaus. Ida Prager sollte am 6. Dezember 1941 ins Getto nach Riga deportiert werden, doch der Transport wurde in das Außenlager Gut Jungfernhof umgeleitet. Wo und wann Ida Prager ums Leben kam, ist unbekannt.
Ihre Schwester Anna erhielt ihren Deportationsbefehl für den 19. Juli 1942 nach Theresienstadt, von dort kam sie am 23. September 1942 ins Vernichtungslager Treblinka.
© Susanne Rosendahl
Quellen: 1; 2; 4; 9; StaH 351-14 Arbeits- und Sozialfürsorge 1704 (Prager, Anna); StaH 522-1 Jüdische Gemeinde Nr. 992 e 2 Band 5; diverse Hamburger Adressbücher.
Zur Nummerierung häufig genutzter Quellen siehe Link "Recherche und Quellen".

