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Alice Rosa Holländer * 1887
Großneumarkt 38 (vorm. Schlachterstraße) (Hamburg-Mitte, Neustadt)
HIER WOHNTE
ALICE ROSA
HOLLÄNDER
JG. 1887
DEPORTIERT 1941
RIGA-JUNGFERNHOF
ERMORDET
further stumbling stones in Großneumarkt 38 (vorm. Schlachterstraße):
Hanna Aghitstein, Julie Baruch, Ludwig Louis Baruch, Helene Biskupitzer, Julius Blogg, Rebecca Blogg, Kurt Cossmann, Mathilde Cossmann, Frieda Dannenberg, Jenny Falck, Rosalie Falck, Leopold Falck, Alice Graff, Leopold Graff, Flora Halberstadt, Elsa Hamburger, Herbert Hamburger, Louis Hecker, Max Hecker, Marianne Minna Hecker, Lea Heymann, Alfred Heymann, Wilma Heymann, Paul Heymann, Gustav Holstein, Johanna Holstein, Ferdinand Justus, Ida Justus, Hannelore Justus, Jettchen Kahn, Adolf Kahn, Curt Koppel, Johanna Koppel, Bernhard Leiserowitz, Gertrud Leiserowitz, Hannchen Liepmann, Henriette Liepmann, Bernhard Liepmann, Heinz Lippmann, Johanna Löwe, Robert Löwenthal, Minna Meierstein, Marianne Melhausen, Martin Moses, Julius Pilatus, David Pollak, Adolf Julius Posner, Ida Prager, Anna Prager, Siegmund Rittlewski
Alice Rosa Holländer, geb. 9.5.1887 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga-Jungfernhof
Großneumarkt 38 (Schlachterstraße 46/47)
Nur wenig konnte über Alice Holländer in Erfahrung gebracht werden. Sie war die Tochter von Hermann Holländer (geb. 12.4.1844, gest. 13.8.1907) und Sara, geb. Salomon (geb. 22.12.1845), die 1870 in Hamburg geheiratet hatten. Alice war am 9. Mai 1887 in der elterlichen Wohnung am Hafen Vorsetzen 6 zur Welt gekommen. Vor ihr waren die älteren Brüder Julius am 27. Juni 1872 und Siegmund am 10. April 1878 geboren worden.
Der Vater hatte sich zunächst als Schuhmacher im Stadtteil St. Georg am Steindammm 18 betätigt, später dann als "Handelsmann", er wurde also Kaufmann. 1892 zog Familie Holländer ins jüdische Lazarus-Gumpel-Stift, Schlachterstraße 46/47 Haus 7 und betrieb eine "Maschinenstrickerei", die Mutter Sara nach dem Tod des Vaters im Alter von 63 Jahren weiterführte. Sara Holländer starb am 21. Oktober 1935.
Alice Holländer verblieb unverheiratet in der elterlichen Wohnung. Ihre Berufe wurden als Angestellte und Botin angegeben. Zuletzt musste sie sich eine Unterkunft in der Schlachterstraße 46/47, Haus 2 mit der ledigen Hanchen Magnus (s. www.stolpersteine-hamburg.de) teilen. Das Lazarus-Gumpel-Stift fungierte nun als sogenanntes Judenhaus zur Vorbereitung der Deportationen.
Am 6. Dezember 1941 wurde Alice Holländer mit ihrer Mitbewohnerin nach Riga-Jungfernhof deportiert, wo sich ihre Spur verlor.
Der Bruder Siegmund Holländer hatte am 18. September 1919 Eva Wellmann (geb. 3.9.1882 in Galați/ Rumänien) in Altona geheiratet. Er verstarb am 9. Juni 1936 in Hamburg. Seine Witwe Eva Holländer wurde mit den gemeinsamen Kindern Hermann (geb. 6.10.1922) und Bertha (geb. 3.6.1925) aus der Oelkersallee 27, wo sie in einer Kellerwohnung lebten, am 8. November 1941 ins Getto Minsk deportiert, wo sie zu Tode kamen. Für Eva Holländer und ihren Kindern Hermann und Bertha wurden Stolpersteine in der Oelkersallee 27 verlegt.
Der andere Bruder Julius Holländer war Witwer. Am 2. Oktober 1897 hatte er die nichtjüdische Verkäuferin Wilhelmine Maria Adele Panzau (geb. 8. 5.1870) geheiratet, die 1931 verstarb. Aus der Ehe stammte der Sohn Hermann Walter (geb. 14.6.1898), er heiratete 1957 in zweiter Ehe in Schwerin. Sein Vater Julius Holländer wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt wegen "Rassenschande" verhaftet. Er starb am 1. August 1938 im KZ Buchenwald.
© Susanne Rosendahl
Quellen: 7; 9; StaH 332-5 Standesämter 21524 u 2274/1887; StaH 332-5 Standesämter 2889 u 965/1897; StaH 332-5 Standesämter 2451 u 1350/1898; StaH 332-5 Standesämter 587 u 681/1907; StaH 332-5 Standesämter 6045 u 1159/1919; StaH 522-1 Jüdische Gemeinde Nr. 992 e 2 Band 2; StaH 522-1 Jüdische Gemeinde Nr. 992 e 2 Band 3; StaH 351-14 Arbeits- und Sozialfürsorge 11292 (Holländer, Eva); StaH 242-1 II_17372; http://totenbuch.buchenwald.de/names/details/person/250/ref/recherche (Zugriff am 9.5.2017).
Zur Nummerierung häufig genutzter Quellen siehe Link "Recherche und Quellen".

