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Wieslaw Staszak
* 1945

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

WIESLAW
STASZAK
GEB. 21.1.1945
TOT 9.4.1945

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Wieslaw Staszak, geb. am 21.1.1945 in Hamburg, verstorben am 9.4.1945 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Wieslaw Staszak kam am 21. Januar 1945 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Franziska Staszak, geb. am 12.7.1914 in Potasniki/Konin, war katholischen Glaubens und verwitwet. Name und Schicksal ihres verstorbenen Ehemannes sind nicht bekannt. Aus ihrer Heimat Konin/Polen verschleppt, musste sie seit dem 24. März 1944 zunächst in Hamburg-Groß Borstel für die Deutsche Arbeitsfront (DAF) Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Sportstraße untergebracht und wurde in dieser Zeit schwanger.

Im 5. Monat ihrer Schwangerschaft erfolgte für Franziska Staszak am 27. September 1944 die Verlegung nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee), zur Zwangsarbeit als „Flechterin“ für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Franziska Staszak in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Wieslaw am 29. Januar 1945 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Wieslaw die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 6. April 1945 wurde er mit der Diagnose „Ernährungsstörung“ in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Nach drei Tagen verstarb Wieslaw dort am 9. April 1945 um 2:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Ernährungsstörung“ und als unterzeichnender Arzt Linkon angegeben.

Wieslaw wurde 2 Monate, 2 Wochen und 5 Tage alt.

Zwei Wochen nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 23. April 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bq 74, Reihe 15, Nr. 9, ohne Sarg, im Sammelgrab mit Alexander Majorow, Veronika Michalczak, Ryszard Telenga und Valentina Warapaewa. An Wieslaw und die anderen Kinder erinnert dort heute keine Grabsteinplatte.

Autor*in: Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg-Uhlenhorst, Geburtsregister Nr. 284/1945 Wieslaw Staszak; StaH 131-1 II, 517, Listen der in Hamburg während des Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Ausländer. Band 2: Sowjetbürger, Polen, Niederländer und Belgier, S. 145; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 350; 131-1 II, 2724, Polnische Gräber auf Hamburger Gebiet – Erfassungsaktion des Polnischen Roten Kreuzes, S. 145; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9963 u. 761/1945 Wieslaw Staszak; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64403 u. 761/1945 Wieslaw Staszak; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4601; StaH 332-8 Meldewesen, Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2357 Sportstraße DAF Lager; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 159; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646042, 70643782; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1945.

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