Iworna Saganowska
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
IWORNA
SAGANOWSKA
GEB. 29.6.1944
TOT 19.8.1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn | Krystyna Tesarczyk | Ryszard Telenga | Johann Stempczynska | Wieslaw Staszak | Peter Siczek | Robert Radwan | Johannes Puc | Stanislaw Polak | Iwan Paliwoda | Irene Olzewska | Czeslaw Olszewska | Boleslaw Georg Olszewska | Jadwiga Nykel | Leszek Moldysz | Veronika Michalczak | Waldemar Masur | Edward Stanislaw Malecka | Wladislaw Maciejczyk | Julia Januta Lucik | Wlodzimierz Lipka | Waldemar Czeslaw Lekowski | Therese Lebjoda | Richard Kuzniarek | Henrik Krolikowska | Karol Kowalczyk | Jan Kluba | Genovefa Klesczynska | Julius Dadewach Kinjora | Marzel Keyl | Barbara Karpinska | Kristine Kaicher | Alfrede Jonczyk | Richard Jedrzejczak | Georg Gubanska | Wieslawa Gromczyk | Wieslawa Grat | Sophia Galeza | Mirek Dziziong | Josef Dudek | Zokistaco Domanska | Eugenius Chrusciel | Ursula Caban | Jerzy Antoni Biernat | Leo Georg Bartyzel | Richard Bafoll
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Iworna Saganowska, geb. am 29. Juni 1944 in Hamburg, verstorben am 19.8.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Iworna Saganowska kam am 29. Juni 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Aurelia Saganowska, geb. am 28.9.1923 in Zgierz, war Schneiderin, römisch-katholischen Glaubens und ledig. Sie wohnte in Görnau/Zgierz, Litzmannstraße 33. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie in Hamburg-Bergedorf seit dem 3. März 1941 als „Flechterin“ für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht und wurde im zweiten Jahr schwanger.
Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Aurelia Saganowska in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrer Tochter Iworna am 7. Juli 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Iworna die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.
Fünfeinhalb Wochen später wurde sie am 14. August 1944 in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Ernährungsstörungen“ eingeliefert. Nach fünf Tagen verstarb sie dort am 19. August 1944 um 5:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Brechdurchfall“ und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Iworna wurde 1 Monat und 3 Wochen alt.
Sechs Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 25. August 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 6, Nr. 5. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.