Richard Kuzniarek
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
RICHARD
KUZNIAREK
GEB. 18.10.1944
TOT 29.10.1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
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Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Richard Kuzniarek, geb. am 18.10.1944 in Hamburg, verstorben am 29.10.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Richard Kuzniarek kam am 18. Oktober 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Zofia Kuzniarek, geb. am 8.5.1913 in Psary, war ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie in Hamburg-Bergedorf für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht und in dieser Zeit schwanger.
Am Tag der Geburt ihres Kindes kam Zofia Kuzniarek in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Neun Tage nach der Entbindung wurde sie mit ihrem Sohn Richard am 27. Oktober 1944 zurück in das Lager Kampchaussee entlassen. Dort musste Richard die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 29. Oktober 1944 um 11:45 Uhr verstarb er im Kinderkrankenhaus Rothenburgsort. In der Sterbefallanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Ikterus gravis“ (verstärkte Gelbsucht) angegeben, unterzeichnet mit „i. A. Fritze“, wahrscheinlich eine Krankenschwester. Die „Leiterin des Lagers Bergedorf, Kampchaussee“, wohnhaft im Lager, zeigte den Sterbefall mündlich an.
Richard wurde 11 Tage alt.
Zwölf Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 10. November 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 13, Nr. 13. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.