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Sara Selma Salomon
* 1885

HIER WOHNTE
SARA SELMA SALOMON
GEB. MEIER
JG. 1885
DEPORTIERT 1941
RIGA-JUNGFERNHOF
ERMORDET

Großneumarkt 38 (vorm. Schlachterstraße)

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Sara Selma Salomon, geb. Meier, geschiedene Pape, verwitwete Strohmeier, geb. am 30.8.1885 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga-Jungfernhof.

Großneumarkt 38 (Schlachterstraße 46/47)

Sara Salomon wurde als Sara Meier am 30. August 1885 in der Hamburger Altstadt in der Straße Bei den Mühren 58 geboren. Ihre Eltern, der Schuhmacher Moses Meier (geb. 20.3.1846, gest. 27.3.1919) und Elise/Ester, geb. Pels (geb. 21.3.1846, gest. 17.1.1932), stammten aus Emden in Ostfriesland und hatten am 10. Mai 1881 in Hamburg geheiratet. Dem Ehepaar Meier wurden fünf Kinder geboren. Vor Sara kam Meier, Max genannt (geb. 16.1.1882), zur Welt, nach ihr Friederike (geb. 9.11.1887), Caroline (geb. 7.12.1889) und Louis (geb. 6.3.1892). Friederike und Louis starben noch in ihren Geburtsjahren. Die Familie wohnte seit 1899 im jüdischen Lazarus-Gumpel-Stift in der Schlachterstraße 46/47, Haus 1.

Nach Angaben ihrer Schwester Caroline, die am 23. November 1917 den nichtjüdischen Carl Wilhelm Haase geheiratet hatte, verdiente Sara ihren Lebensunterhalt als Verkäuferin. Am 8. Oktober 1910 heiratete sie den Arbeiter Julius Wilhelm Pape (geb. 22.11.1875 in Altona). Die Ehe wurde am 9. Mai 1920 geschieden. Eine zweite Ehe ging sie 1930 mit dem Möbeltischler Johann August Karl Strohmeier (geb. 16.5.1875 in Bremen) ein. Wie Julius Pape entstammte auch Johann Strohmeier einer nichtjüdischen Familie. Das Ehepaar Strohmeier wohnte in der Volksdorferstraße 28/30, Haus 2. Aus beiden Ehen gingen keine Kinder hervor. Nach dem Tod von Johann Strohmeier am 22. April 1933 erhielt Sara eine geringe Rente von 40 Reichsmark. Am 6. Juni 1935 ging sie eine dritte Ehe mit dem wesentlich älteren Witwer Max Salomon (geb. 21.6.1863) ein (s. Paula Lewald www.stolpersteine-hamburg.de).
Max Salomon gehörte der Deutsch-Israelitischen Gemeinde an und lebte seit Anfang der 1920er Jahre in der Schlachterstraße 46/47, Haus 5 und war ein früherer Nachbar von Saras Eltern. Ihr Vater Moses Meier war im Jahre 1919, ihre Mutter Elise Meier 1932 im Pflegeheim der Deutschen-Israelitischen Gemeinde in der Schäferkampsallee verstorben.

Sara Salomon wurde im Alter von 54 Jahren ein weiteres Mal Witwe, Max Salomon starb am 31. Mai 1940. Sie konnte noch für kurze Zeit in der Wohnung verbleiben, dann wurde das jüdische Lazarus-Gumpel-Stift in der Schlachterstraße zum „Judenhaus“ erklärt und diente als Sammelunterkunft für die bevorstehenden Deportationen. Sara Salomon wurde aus Platzmangel mit der Witwe Frieda Dannenberg (s. www.stolpersteine-hamburg.de) in das Haus 4 einquartiert. Am 6. Dezember 1941 sollte Sara Salomon ins Getto Riga deportiert werden, doch der Transport wurde in das Außenlager von Riga, zum Gut Jungfernhof umgeleitet. Ob sie dort oder später im Getto Riga ums Leben kam, ist unbekannt.

Ihr Bruder Max Meier hatte am 28. Januar 1909 Rosa Meyer (geb. 24.2.1882) geheiratet. Das Ehepaar hatte fünf Kinder. Max Meier arbeitete als Lagerist, Werftarbeiter und Bote. Aufgrund seiner Kriegsverletzung war er nur vermindert erwerbsfähig. Er starb am 2. Juli 1924. Seine Witwe Rosa Meier zog mit ihren noch unmündigen Kindern aus dem jüdischen Lazarus-Gumpel-Stift in der Schlachterstraße 46/47 in das Nanny-Jonas-Stift, Agathenstraße 3.
Rosa Meier wurde mit ihren Kindern, den Zwillingen Lothar und Anita (geb. 30.1.1919) und Sohn Henry (geb. 15.5.1915) am 8. November 1941 nach Minsk deportiert. Henrys Frau Inge Meier, geb. Rosendorf (geb. 27.9.1917), und Tochter Bela (geb. 1.3.1940) mussten ihnen zehn Tage später mit dem nächsten Transport folgen.

Rosas ältester Sohn Manfred Meier (geb. 20.12.1909) befand sich bereits am 25. Oktober 1941 mit seiner Frau Hedwig, geb. Vogel (geb. 23.2.1908), und dem Sohn Günther Max (geb. 11.3.1937) in einem Transport, der ins Getto „Litzmannstadt“ nach Lodz ging. Hedwig Meier war zum Zeitpunkt der Deportation hochschwanger. Sohn Berl wurde am 13. November 1941 im Getto geboren. Keiner von ihnen hat überlebt (s. Stolpersteine in Hamburg-Eimsbüttel und Stolpersteine in Hamburg-Bergedorf).

Autor*in: Susanne Rosendahl

Quellen: 1; StaH 332-5 Standesämter 2626 u 448/1881; StaH 332-5 Standesämter 2024 u 319/1882; StaH 332-5 Standesämter 2094 u 3118/1885; StaH 332-5 Standesämter 2158 u 5384/1887; StaH 332-5 Standesämter 229 u 3972/1887; StaH 332-5 Standesämter 2205 u 5086/1889; StaH 332-5 Standesämter 2284 u 1042/1892; StaH 332-5 Standesämter 3130 u 45/1909; StaH 332-5 Standesämter 3152 u 575/1910; StaH 332-5 Standesämter 3302 u 433/1917; StaH 332-5 Standesämter 807 u 283/1919; StaH 332-5 Standesämter 965 u 520/1930; StaH 332-5 Standesämter 993 u 27/1932; StaH 332-5 Standesämter 1005 u 743/1933; StaH 351-11 AfW 11291 (Haase, Caroline); StaH 522-1 Jüdische Gemeinde Nr. 992 e 2 Band 3; StaH 351-14 Arbeits- und Sozialfürsorge 1577 (Meier, Rosa); USHMM, RG-15_083M_0234_00000237 von Trevor Culley, E-Mail vom 14.1.2017; Stein: Stiftung, S. 186-187. Zur Nummerierung häufig genutzter Quellen siehe Link "Recherche und Quellen".

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