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Bereits verlegte Stolpersteine



David Pollak * 1881

Großneumarkt 38 (vorm. Schlachterstraße) (Hamburg-Mitte, Neustadt)


HIER WOHNTE
DAVID POLLAK
JG. 1881
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
1944 AUSCHWITZ
ERMORDET

Weitere Stolpersteine in Großneumarkt 38 (vorm. Schlachterstraße):
Hanna Aghitstein, Julie Baruch, Ludwig Louis Baruch, Helene Biskupitzer, Julius Blogg, Rebecca Blogg, Kurt Cossmann, Mathilde Cossmann, Frieda Dannenberg, Jenny Falck, Rosalie Falck, Leopold Falck, Alice Graff, Leopold Graff, Flora Halberstadt, Elsa Hamburger, Herbert Hamburger, Louis Hecker, Max Hecker, Marianne Minna Hecker, Lea Heymann, Alfred Heymann, Wilma Heymann, Paul Heymann, Alice Rosa Holländer, Gustav Holstein, Johanna Holstein, Ferdinand Justus, Ida Justus, Hannelore Justus, Jettchen Kahn, Adolf Kahn, Curt Koppel, Johanna Koppel, Bernhard Leiserowitz, Gertrud Leiserowitz, Hannchen Liepmann, Henriette Liepmann, Bernhard Liepmann, Heinz Lippmann, Johanna Löwe, Robert Löwenthal, Minna Meierstein, Marianne Melhausen, Martin Moses, Julius Pilatus, Adolf Julius Posner, Ida Prager, Anna Prager, Siegmund Rittlewski

David Pollak, geb. 20.5.1881 in Brünn in Mähren, deportiert am 19.7.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 9.10.1944 nach Auschwitz

Großneumarkt 38 (Schlachterstraße 32/33)

Der Schneider David Pollak war als Sohn des jüdischen Ehepaares Chajim Abraham Pollak und Betti, geb. Stiasny, in Brünn (heute Brno in Tschechien), der Hauptstadt Mährens geboren worden. Am 21. Juni 1910 hatte er in Hamburg die nichtjüdische Bergmannstochter Emma Ziegenbein (geb. 25.1.1889 in Sankt Andreasberg) geheiratet. Der Standesbeamte vermerkte bei den Brautleuten "Dissidenten", d.h., sie gehörten keiner Religionsgemeinschaft an. Das Paar wohnte mit dem gemeinsamen Sohn Ernst Arthur, der am 11. April 1910 zur Welt gekommen war, in der Brüderstraße 19.

David Pollak gehörte vor 1933 der Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD) an. Ob er sich auch noch nach der nationalsozialistischen Machtübernahme politisch betätigte, ist nicht bekannt.
Nach den Nürnberger Gesetzen aus dem Jahr 1935 lebte David Pollak in einer "privilegierten Mischehe". Ein Schutz, der entfiel, als seine Ehe geschieden wurde. Emma Pollak heiratete 1939 noch einmal und hieß in zweiter Ehe Brückner.

David Pollak gab die Wohnung auf, die er seit 1916 in der Schlachterstraße 32/33 bewohnt hatte. 1939 lebte er als Untermieter im Neuen Steinweg 27 bei Rosenheim. Seinen Deportationsbefehl erhielt er im nahegelegenen "Judenhaus", dem ehemaligen Lazarus-Gumpel-Stift, Haus 2. Seine Unterkunft dort musste er sich mit dem Witwer John Schickler (s. www.stolpersteine-hamburg.de) teilen. Am 19. Juli 1942 wurden sie gemeinsam ins Getto Theresienstadt deportiert.

David Pollak wurde am 9. Oktober 1944 nach Auschwitz weiterdeportiert. Von den 1.599 Personen dieses Transportes überlebten nur 42.

Der Sohn Arthur bewohnte ein Zimmer in der Michaelisstraße 18, seine Verlobte konnte er als "Mischling ersten Grades" nicht heiraten. Am 15. November 1939 geriet er aus unbekannten Gründen in Haft. Seiner Mutter gelang es nach langen Bemühungen am 25. Januar 1940, seine Entlassung aus dem Hüttengefängnis zu bewirken. Anschließend leistete Arthur Pollak Zwangsarbeit in einer Stahlbaufirma in der Eiffestraße und musste sich nach Arbeitsschluss täglich bei der Gestapo melden. Arthur Pollak überlebte das Kriegsende in Hamburg.

Stand: Juli 2018
© Susanne Rosendahl

Quellen: 1; StaH 332-5 Standesämter 3151 u 330/1910; StaH 351-11 AfW 35624 (Pollak, Arthur); StaH 522-1 Jüdische Gemeinde Nr. 992 e 2 Band 5; Für Freiheit und Demokratie, S. 358; Stein: Stiftung, S. 181.
Zur Nummerierung häufig genutzter Quellen siehe Link "Recherche und Quellen".

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