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Zbigniew Wojcik * 1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
ZBIGNIEW WOJCIK
GEB. 3.7.1944
TOT 8.9.1944
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
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Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Zbigniew Wojcik kam am 3. Juli 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Anna Wojcik, geb. am 24.1.1924 in Brzeze/Krs. Jendrzejow, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Krakau/Polen verschleppt, musste sie seit dem 18. November 1940 in Hamburg-Bergedorf für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG als "Kremplerin" Zwangsarbeit leisten (hier Angabe Geburtsjahr 1921). Sie war im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht und wurde im dritten Jahr schwanger.
Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Anna Wojcik in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Zbigniew am 11. Juli 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Zbigniew die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 18. August 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Ernährungsstörungen" eingeliefert. Nach drei Wochen verstarb er dort am 8. September 1944 um 5:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Pyodermie Sepsis" (Hautinfektion Blutvergiftung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Zbigniew wurde 15 Tage alt.
Vier Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 12. September 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 6, Nr. 30. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Nach Kriegsende heiratete Anna Wojcik am 8. Juni 1945 in Hamburg-Bergedorf Marian Rutkowski, geb. am 21.4.1922 in Lodz, der wie sie aus Polen stammte. Beide waren noch immer im Lager Kampchaussee 9 untergebracht. Marian Rutkowski hatte seit dem 14. Februar 1942 als "Weber" ebenfalls für die Kap-Asbest-Werke Zwangsarbeit leisten müssen. Vom 18. bis zum 29. November 1944 war er wegen einer Mittelohrentzündung im Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn in Behandlung gewesen und vom 28. bis zum 31. März 1945 für drei Tage wegen eines Armbruchs im Allgemeinen Krankenhaus Bergedorf.
Stand: April 2026
© Margot Löhr
Quellen: Standesamt Hamburg-Uhlenhorst, Geburtsregister 1212/1944 Zbigniew Wojcik; Standesamt Hamburg-Bergedorf, Heiratsregister 146/1945 Rutkowski/Wojcik; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 87, S. 253 f.; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 335; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 62; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9953 u. 1330/1944 Zbigniew Wojcik; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64306 u. 1330/1944 Zbigniew Wojcik; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4603; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 72; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646044, 70643779, 70643783, 70645276, 70645872, 70647905; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

