Peter Hess wurde mit der Medaille für Kunst und Kultur ausgezeichnet.


Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien und Peter Hess bei der Preisverleihung.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien und Peter Hess bei der Preisverleihung.
© Bertold Fabricius

Am 28. Oktober 2026 wurde Peter Hess im Rathaus mit der erstmals verliehenen Medaille für Kunst und Kultur in Hamburg ausgezeichnet.

Peter Hess, geboren 1943, prägt die Erinnerungskultur in Hamburg seit Jahrzehnten. Nachdem Gunter Demnig Mitte der 1990er Jahre die ersten Stolpersteine verlegt hatte, setzte sich Hess dafür ein, das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus auch in Hamburg sichtbar zu machen. 2002 gelang ihm die Verlegung des ersten Stolpersteins. Inzwischen sind mehr als 7.500 weitere hinzugekommen.

Mit großem Einsatz wirbt Hess um Patenschaften für neue Stolpersteine. Die Initiative Stolpersteine Hamburg ist zu einem Netzwerk zahlreicher Ehrenamtlicher gewachsen, die seit 2006 Biografien erforschen und in 23 Stadtteilbüchern sowie auf dieser Website veröffentlichen. Gemeinsam mit rund 140 Angehörigen aus aller Welt hat Hess Stolpersteine eingeweiht. Bei Führungen und Vorträgen vermittelt er insbesondere jungen Menschen die Geschichte des jüdischen Lebens in Hamburg.

2010 gründete er die private Initiative "Gedenktafeln in Hamburg", die an ehemaligen Wirkungsstätten bedeutender Persönlichkeiten und Institutionen an deren Geschichte erinnert. Bisher wurden 38 Tafeln angebracht.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: "Mit großer Ausdauer und unglaublich viel Verve setzt sich Peter Hess für die Erinnerungskultur in Hamburg ein. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass heute mehr als 7.500 Stolpersteine in unserer Stadt verlegt sind. Sie holen die Erinnerung dorthin zurück, wo sie unverzichtbar ist: in die Mitte unserer Gesellschaft. Die Stolpersteine machen sichtbar, dass auch in Hamburg Tausende Menschen von den Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Es ist Peter Hess zu verdanken, dass diese so wichtige Erinnerungsarbeit heute zu unserem Stadtbild gehört. Ich könnte mir keinen würdigeren ersten Träger der neuen Medaille für Kunst und Kultur in Hamburg vorstellen."


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