Neues von den Stolpersteinen


Im Mai besuchten – nun schon zum 4. Mal! – Studierende und drei Lehrkräfte der University of Southern Mississippi Hamburg. In der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, dem Mahnmal Nikolai und beim Treffen mit der Stolperstein-Initiative vertieften sie vor Ort das Wissen um deutsche Erinnerungskultur, mit der sie sich in vorbereitenden Seminaren bereits vertraut gemacht hatten. Wieder konnte das Treffen dankenswerterweise in der St. Nikolaikirche in Harvestehude stattfinden. Sabine Brunotte und Johannes Grossmann erläuterten den gut informierten sehr interessierten BesucherInnen den Weg zur Verlegung der Stolpersteine, die Recherche zu den Biografien, skizzierten die verschiedenen Opfergruppen und gaben einen Einblick in Einzelschicksale. Wie schon die Studierenden der vorangegangenen Besuche, spendeten auch diese für die Verlegung zweier Stolpersteine, die für Opfer der "Euthanasie" verlegt werden sollen. Für 2027 hat sich bereits die nächste Studierendengruppe angesagt.

Noch eine Tradition setzte Ingo Wille am 31.5. beim DENK MAL vor dem Ort der ehemaligen Synagoge in der Poolstraße fort. Er informierte über das Schicksal von Mathilde Zuckermann. Die ehemalige Stenotypistin hatte in einem der Vorderhäuser der Synagoge gelebt, bevor sie über Versorgungsheime in die Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn und von dort in die Tötungsanstalt Brandenburg gebracht und dort ermordet wurde.

Unter großer Beteiligung wurden am 3. Juni vor der Gelehrtenschule Johanneum 27 Stolpersteine verlegt. Die Lebensgeschichten der ehemaligen Schüler, an die sie erinnern, waren von etlichen Mitgliedern der Stolperstein-Initiative erforscht worden bzw. konnten mit deren Unterstützung erhellt werden. Dank Peter Hess‘ und Sabine Brunottes guter Kontakte konnte die Schule zudem zahlreiche Nachfahren ausfindig machen und zu der anschließenden, sehr würdigen Feier einladen.

Inzwischen bestehen dank Frauke Steinhäuser gute Kontakte zur Frankfurter Stolperstein-Initiative. Nach einem Besuch von Mitgliedern der Hamburger Gruppe (auf private Kosten) erfolgte nun der Gegenbesuch der FrankfurterInnen. Neben der Besichtigung von Hamburger Gedenkorten tauschten sie sich mit den HamburgerInnen über die sehr unterschiedlichen Arbeitsbedingungen und -weisen und auch die Zuwendungen und Unterstützung der beiden Städte aus.

Im August 2026 werden, so die Planung, 18 neue Stolpersteine in mehreren Hamburger Stadtteilen verlegt werden.

Während die Vorbereitung des 20jährigen Jubiläums der Biografieforschung zu den Stolpersteinen Fahrt aufnimmt, begleiten etliche Mitglieder der Stolperstein-Initiative auch die Erneuerung der Website www.stolpersteine-hamburg.de, die die Landeszentrale für politische Bildung nun veranlasst hat. Im Herbst/Winter soll diese im neuen Gewand aufrufbar sein, vielleicht schon zum Jubiläum!

Beate Meyer


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