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Bereits verlegte Stolpersteine



Martha Abel (geborene Kupferbach) * 1879

Georg-Thielen-Gasse 9 (Hamburg-Nord, Winterhude)


HIER WOHNTE
MARTHA ABEL
GEB. KUPFERBACH
JG. 1879
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
1944 ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Weitere Stolpersteine in Georg-Thielen-Gasse 9:
Alphons Abel

Alphons Abel, geb. 16.11.1866 in Hamburg, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, dort am 2.11.1943 gestorben
Martha Abel, geb. Kupferbach, geb. 28.3.1879 in Hamburg, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, am 15.5.1944 nach Auschwitz weiterdeportiert und dort ermordet

Georg-Thielen-Gasse 9 (Thielengasse)

Alphons Abel war der Sohn von Hirsch Abel und seiner Frau Anna, geb. Rathenau. Er hatte drei Brüder: Leon (geb. 7.9.1880), Theodor (geb. 8.3. 1883) und John (geb. 7.10.1886). Am 14. Januar 1909 heiratete Alphons Abel Pauline Heinemann, am 23.12.1909 kam der gemeinsame Sohn Hermann zur Welt. Die Ehe wurde später geschieden, Pauline Abel verstarb 1921. Am 28. Juni 1938 heiratete Alphons Abel seine Hausangestellte Martha Kupferbach, die wie er jüdischer Herkunft war, und lebte mit ihr in der Thielengasse 9 in der Jarrestadt.

Bis 1928 war Alphons Abel gemeinsam mit seinen jüngeren Brüdern Leon und Theodor Inhaber der Firma "H. Abel, Gold, Silber, Uhren, Export und Import", Hohe Bleichen 33. Er muss zu diesem Zeitpunkt wohlhabend gewesen sein, denn er wohnte mit seiner Familie im Jungfrauenthal 14, eine recht "vornehme" Adresse. Nach seinem Ausscheiden erhielt er eine monatliche Rente aus dem Familienbetrieb. In den 1930er Jahren zog er in die neu erbaute und eher kleinbürgerlich-proletarisch geprägte Jarrestadt. Die Firma H. Abel musste 1938 aus dem Handelsregister gelöscht werden, da die Inhaber jüdisch waren. Damit verlor Alphons Abel seine Rente. Offenbar versuchte er, als freier Handelsvertreter Uhren und Schmuck zu vertreiben, hatte aber kaum Erfolg dabei, da er sich nur an jüdische Kunden wenden durfte. Wegen seiner jüdischen Herkunft musste das Ehepaar 1939 seine Wohnung aufgeben, zog erst in ein Stift in der Schlachterstraße 47 (Großneumarkt) und wurde 1940 in einem "Judenhaus" in der Bogenstraße 27 einquartiert.

Am 15. Juli 1942 wurde Alphons Abel gemeinsam mit seiner Ehefrau nach Theresienstadt deportiert. Dort kam er am 2. November 1943 um.

Sein Sohn Hermann war gemeinsam mit dem Vater in die Jarrestadt gezogen. Er lebte wohl kurzzeitig mit in dessen Wohnung, wohnte dann aber "gleich um die Ecke" im Hauersweg 6, als Untermieter bei den Brüdern Max und Alfred Kupferbach (s. d.) und ihrer Mutter. Er hatte schon zuvor gemeinsam mit ihnen in der Blücherstraße 17 in Hoheluft gelebt.

Schon 1934 wanderte Hermann Abel gemeinsam mit seiner Ehefrau Margot, geb. Laser, nach Palästina aus. Dort betrieben sie einen Gemüsehandel. 1957 kehrten sie nach Hamburg zurück.

Alphons’ Bruder Theodor wanderte im Juni 1939 nach Shanghai aus und überlebte so die Verfolgung. John Abel war 1938/39 im KZ Fuhlsbüttel inhaftiert, ging dann ins niederländische Exil und wurde schließlich 1942 von dort nach Auschwitz gebracht und ermordet. Leon Abel wurde 1939 verhaftet und zunächst im KZ Fuhlsbüttel festgehalten. 1941 wurde er nach Neuengamme gebracht, wo er am 13. Februar 1942 ums Leben kam.

Martha Abel war das älteste Kind von Nathan Kupferbach und seiner Frau Bertha, geb. Herzberg. Sie war eines von sechs Kindern, zu ihren Brüdern zählten auch Alphons und Max Kupferbach (s. d.). Martha Kupferbach arbeitete lange Zeit als Hausangestellte bei ihrem späteren Ehemann Alphons Abel: Sie wohnte sowohl im Jungfrauenthal 14 wie auch später, noch vor ihrer Heirat, in der Thielengasse 9 im gleichen Haus bzw. der gleichen Wohnung wie Alphons. Am 28. Juni 1938 heiratete sie ihn und wurde damit seine zweite Ehefrau. Ihre Mutter und die Brüder Alfred und Max lebten in unmittelbarer Nachbarschaft im Hauersweg 6.

Martha Abel teilte das Schicksal ihres Mannes von der Zwangsumsiedlung innerhalb Hamburgs bis zur Deportation nach Theresienstadt. Nach dem Tod von Alphons Abel wurde Martha am 15. Mai 1944 nach Auschwitz verschleppt und kehrte von dort nicht zurück.

© Ulrike Sparr

Quellen: 1; 4; 7; AfW 161166; AfW 231209; Amtliches Branchen-Fernsprechbuch Hamburg, Hamburg 1925 (Reprint); Personenstandsbuch Standesamt Hamburg-Mitte.

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