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Charles Hennings * 1901

Klaus-Groth-Straße 25 (Hamburg-Mitte, Borgfelde)


1937 - 1939 mehrfach verhaftet
KZ Fuhlsbüttel
Straflager Rodgau
KZ Neuengamme
ermordet 03.05.1945

Charles Hennings, geb. 4.5.1901 in Hamburg, 1937–1939 mehrfach verhaftet, KZ Fuhlsbüttel, Straflager Rodgau, 1940 KZ Neuengamme, 1941 KZ Dachau, KZ Buchenwald, Tod dort am 16.8.1941

Klaus-Groth-Straße 25

Der Arbeiter Charles Hermann Hennings gehört zu den Fällen, deren Biographie mit den Akten vernichtet wurde. Lediglich einige Gefangenenkarteikarten geben spärliche Hinweise auf sein Schicksal.

Charles Hennings kam am 4. Mai 1901 in Hamburg als Sohn des Friseurs Friedrich Hennings und seiner Frau Magdalene, geb. Nohren, zur Welt. Als Berufe werden auch Bote und Packer angegeben. Insgesamt dreimal geriet er wegen seiner gleichgeschlechtlichen Veranlagung mit dem Gesetz in Konflikt. Vom 5. Mai bis zum 4. Juni 1937 kam er erstmals in Haft und wurde in das KZ Fuhlsbüttel eingeliefert. Danach folgte im Juni 1937 eine Verurteilung vor dem Amtsgericht Hamburg, als Schöffenschnellgericht, wegen Vergehens gegen § 175 zu vier Monaten Gefängnis (unter Anrechnung der Untersuchungshaft). Die Strafe verbüßte er im Gerichtsgefängnis Harburg-Wilhelmsburg bis zum September 1937.
Vom 14. Februar bis zum 3. März 1938 kam er erneut wegen "widernatürlicher Unzucht" in Untersuchungshaft. Es erfolgte aber keine Anklage und er wurde entlassen.

Jedoch geriet Charles Hennings schon bald darauf im Jahre 1939 wegen seiner sexuellen Veranlagung erneut in die Fänge des NS-Regimes. Am 24. April 1939 verurteilte ihn das Amtsgericht Hamburg als Wiederholungstäter nunmehr zu einem Jahr und sechs Monaten Haft. Im Juni 1939 wurde er in das Strafgefangenenlager Rodgau/Dieburg nach Oberhessen verlegt. Nach der rechnerischen Strafverbüßung im September 1940 gelangte Charles Hennings nie mehr in Freiheit, sondern wurde in polizeiliche Sicherheitsverwahrung genommen und in das KZ Neuengamme verbracht. Zugang und Häftlingsnummer dort blieben unbekannt. Für den 22. Januar 1941 ist im KZ Dachau sein Zugang aus Neuengamme aktenkundig; er erhielt die Häftlingsnummer 23438. Am 12. Juli 1941 wurde er in das KZ Buchenwald weitertransportiert, wo er noch im selben Jahr am 16. August im Alter von 40 Jahren starb.

© Bernhard Rosenkranz(†)/Ulf Bollmann

Quellen: StaH, 242-1II Gefängnisverwaltung II, Ablieferungen 13 und 16; 213-8 Staatsanwaltschaft Oberlandesgericht – Verwaltung, Ablieferung 2, 451 a E 1, 1 b; KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Transportliste KZ Dachau; Auskunft von Rainer Hoffschildt, Hannover; Rosenkranz/Bollmann/Lorenz, Homosexuellen-Ver­folgung, S. 217/219.

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